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Emotionale Kontrolle
Veröffentlicht von Dominique Studerus in Mentales • 14.03.2011 22:36:49
Gelingt es Dir, Deine Emotionen zu kontrollieren, schaffst Du einen wesentlichen Ausgangspunkt für bessere Leistungen.

Doch wie entwickelst Du emotionale Kontrolle? Wir zeigen Dir einen einfachen 3-Schritt Prozess, mit dem Du Deine mentale Belastbarkeit stärkst – für einen Super-Wettkampf! Wir wissen, dass wir Gefühle selten isoliert empfinden, sondern eher verschiedene Gefühle parallel verspüren. Um dies näher zu betrachten und analysieren zu können, werden Stimmungsprofile erstellt.


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1. Schritt: Dein emotionales Profil als Basis für Deinen Erfolg!

Wir wissen, dass wir Gefühle selten isoliert empfinden, sondern eher verschiedene Gefühle parallel verspüren. Um dies näher zu betrachten und analysieren zu können, werden Stimmungsprofile erstellt.

Ich habe solche Profile einmal grafisch dargestellt. Bei diesem Beispiel ist der 1. Sportler aufgeregt und bleibt trotzdem ruhig, der 2. ist aufgeregt und ängstlich und der 3. ängstlich und entmutigt. Sportler 1 und 2 schneiden beim Wettkampf wahrscheinlich erfolgreich ab, während Sportler 3 vermutlich ein schlechtes Ergebnis erzielt.



Sportler 1: Sein emotionales Profil ist gekennzeichnet durch Kraft, Spritzigkeit und Wachheit sowie Kontrolle.

Dieser Athlet hat negative und unangenehme Emotionen im Griff. Dieses Profil wird oft assoziiert mit extremem Selbstvertrauen und der Einstellung, dass jede Herausforderung gemeistert werden kann.

· Sportler 2: Im Gegensatz zu Sportler 1 kennzeichnen Kraft Angespanntheit und Wut das Profil von Sportler 2.

Das Gefühl der Anspannung und Wut hilft ihm, sich zu motivieren. Für Sportler 2 kann Angespanntheit wie ein Warnsignal sein – „Ich versuche gerade, ein wichtiges Ziel zu erreichen, und nur wenn ich wirklich hart arbeite, werde ich dies auch schaffen.“

Sportler 3: Dieser Sportler ist ängstlich, wütend, mutlos und niedergeschlagen.

Solche Gefühle werden sich wahrscheinlich eher leistungsmindernd auswirken. Bei dem Gefühl der Anspannung kann er noch versuchen, sich mehr anzustrengen. In Kombination mit dem Gefühl der Niedergeschlagenheit kann dies jedoch dazu führen, dass er aufgibt.

Mutlosigkeit und Niedergeschlagenheit sind womöglich die schlimmsten Gefühle, die man vor und während eines Wettkampfs haben kann.

Wenn Sportler sich gleichzeitig niedergeschlagen, wütend und erschöpft fühlen, neigen sie dazu, die Wut nach innen zu richten, sich selbst die Schuld zu geben und zu implodieren. Eine schlechte Leistung dürfte dann sehr wahrscheinlich sein.




2. Schritt: Bewerte Dein emotionales Profil!

Du solltest Dein emotionales Profil vor unterschiedlichen Leistungssituationen bewerten. Dies kannst Du mithilfe einer Emotionenbewertungsskala kurz vor einem Wettkampf oder einer Trainingseinheit machen.

Beurteile nach dem Wettkampf, ob Du Deine Erwartungen erfüllt hast oder nicht. Die Leistung sollte in Bezug auf die eigenen Erwartungen und Ziele bewertet werden.

Du benötigst etwa 5 gute und 5 schlechte Leistungsergebnisse, um Trends ausmachen zu können. Natürlich ist das nicht immer möglich, denn es kann z. B. auch vorkommen, dass Du eine Erfolgsserie hast und bei den meisten Deiner Trainingseinheiten gut abschneidest.

Den Anfang kannst Du aber auch machen, indem Du einige Deiner letzten Trainingseinheiten betrachtest und beurteilst, wie Du Dich vor Wettkämpfen gefühlt hast, bei denen Deine Leistung gut war (in Bezug auf Deine eigenen Erwartungen) und vor Wettkämpfen, bei denen die Leistung schlecht war (auch wieder in Bezug auf Deine eigenen Erwartungen).

Sobald Du ein Stimmungsprofil in Zusammenhang mit guter und schlechter Leistung erstellt hast, kann ein psychologisches Trainingsprogramm speziell auf Deine Bedürfnisse zugeschnitten werden.



3. Schritt: Sei ehrlich zu Dir selbst!

Die Bewertung einer physiologischen Messung – ob es sich bei den gemessenen Werten um Angst oder Vitalität handelt – ist nur durch den Vergleich mit einer Selbstbeurteilung möglich, d. h. indem man die Personen direkt fragt, ob sie wütend, ängstlich oder aufgeregt waren.

Es ist wichtig, dass Du weisst, welche Emotionen Du bei Erfolg oder Misserfolg empfindest. Wenn Du die Faktoren in Zusammenhang mit schlechter Leistung kennst, kannst Du auch beginnen, eine Strategie zur Bekämpfung dieser Faktoren zu entwickeln.




Tipp zur Umsetzung So entwickelst Du emotionale Kontrolle

Rechne damit, dass Du Dich müde fühlst, und entwickle Bewältigungsstrategien.

Rechne auch damit, dass Du vor jedem Wettkampf/Herausforderung Angst empfindest, aber versuche, diese Gefühle als Nervosität zu interpretieren. Sportliche Leistung ist von Natur aus mit Ungewissheit verbunden, und selbst Sportler mit sehr großem Selbstvertrauen empfinden eine gewisse Spannung im Hinblick auf den Ausgang eines Wettkampfs.

Denke daran, dass körperliche Fitness die solide Basis für psychische Belastbarkeit ist. Um Spaß bei einem Wettkampf zu empfinden, müssen Sportler den Ermüdungszustand nach langen Trainingseinheiten wiederholt selbst erfahren haben. Nur so können Sie lernen, wie Sie beim Wettkampf mit der Ermüdung umgehen müssen. Gewöhne Deinen Körper daran, mit den Trainingsanforderungen fertig zu werden, und trainiere Dein Gehirn darauf, diese Erfahrung positiv zu sehen. Und schließlich solltest Du Dich gründlich auf die speziellen Anforderungen der jeweiligen Veranstaltung vorbereiten.



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