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Aufwärmen bei kalten Temperaturen
Veröffentlicht von Dominique Studerus in Rund um den Sport • 17.12.2010 20:20:09
Grundlagen und Ziele des Aufwärmens

In der Sportpraxis, aber auch in der gängigen Trainingsliteratur wird oft argumentiert, dass sich eine Erwärmung bzw. Temperatur-erhöhungen des Körpers positiv auf die Leistungsfähigkeit auswirkt. Zu diesen physiologischen Effekten gehört z. B. die Zunahme von muskulärer Kontraktions- und Nervenleitgeschwindigkeit, was eine Verbesserung der Koordination bedeuten kann. Und diese wiederum soll – dank einer Abnahme elastischer und visköser Widerstände – das Risiko eines Risses von Muskeln, Sehnen und Bändern verringern. Auch die Belastbarkeit der Gelenke soll durch eine gesteigerte Synoviaproduktion der Gelenkkapselinnenhaut erhöht werden. Aus diesen Anpassungen wird die verletzungsprophylaktische Wirkung des Aufwärmens abgeleitet.

Kritisch anzumerken bleibt jedoch, dass wissenschaftliche Studien teilweise zu widersprüchlichen Ergebnissen bezüglich dieser als positiv eingestuften Effekte kommen. Dennoch deutet die Mehrzahl der Studien auf eine positive Wirkung hin.



Dehnen oder nicht dehnen?

Traditionellerweise beginnt ein Aufwärmprogramm mit lockerem Einlaufen, gefolgt von meist statischen Dehnübungen der Beinmuskulatur. Verschiedene Untersuchungen konnten in den letzen Jahren akut negative Wirkungen statischer Dehnungen auf schnellkräftige Handlungen wie Sprints und Sprünge feststellen. Ebenfalls zeigen Meta-Analysen, dass bis heute eine verletzungsprophylaktische Wirkung von statischen Dehnübungen nicht eindeutig belegt ist. Diese Einschränkungen haben in jüngster Vergangenheit teilweise zu einer dogmatischen Ablehnung statischer Dehnungen geführt.

Grundsätzlich ist aber festzustellen, dass die verletzungsprophylaktische Wirkung von statischen Dehnübungen in verschiedenen Studien widersprüchlich beurteilt wird, so dass weder ein komplettes Ablehnen noch ein unkritisches Befürworten der Effekte angezeigt ist. Vereinzelte Untersuchungen, die auf positive Wirkungen statischer Dehnungen, was die Häufigkeit von Zerrungen und Faserrissen angeht, hindeuten, dürfen nicht außer Acht gelassen werden. Als Resultat solltest Du dir merken, dass statische Dehnungen nicht grundsätzlich zu verbannen sind, sondern durchaus punktuell und sinnvoll in das Aufwärmprogramm eingegliedert werden können.


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