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Kaffee wirkt Wirklich!
Veröffentlicht von Dominique Studerus in Rund um die Ernährung • 24.03.2010 13:36:46
Kaffee - wirkt wirklich!

Nicht alle leistungsfördernden Substanzen sind verboten! Koffein wurde von der Liste der verbotenen Substanzen entfernt, obwohl leistungssteigernde Wirkungen darin nachgewiesen wurden. Als gesichert gilt vor allem der Einfluss auf den Fettstoffwechsel und damit die Bedeutung für die Langzeitausdauer. Für den Einsatz bei vorwiegend anaerober Beanspruchung gab es bislang noch keine Hinweise. Wiles et al. (2006) konnten in einem Laborversuch entsprechende Wirkungen nachweisen:

Im Zeitfahren über 1 km im Labor wurde in einer Doppelblindstudie der Effekt von Koffein untersucht. Die Leistungsfähigkeit wurde im Gegensatz zu der bei der Kontroll- und Placebogruppe deutlich erhöht. Für das 1 km lange Zeitfahren benötigten die Testpersonen mit Koffein 71,1 Sekunden, während es ohne Koffeingabe 73,3 Sekunden waren. Das entspricht einer Geschwindigkeit von 50,7 km/h mit Koffein im Vergleich zu 49,2 km/h ohne Koffein. Um die im Labor verabreichte Koffeinmenge zu erreichen, müsste man allerdings im Mittel 1,5 l Cola oder 9 Espressi trinken. Über die Wirkung geringerer Mengen gibt es keine Ergebnisse...



Koffein hat eine direkt stimulierende Wirkung auf das zentrale Nervensystem. Schon lange weiß man, dass Koffein die Müdigkeit vertreiben und die kognitive Leistung erhöhen kann. Darüber hinaus hat eine Reihe von Studien bestätigt, dass Koffein auch die sportliche Leistung ankurbeln kann. Dies gilt nicht nur für den Ausdauersport, sondern auch für Sportarten mit kurzen, hochintensiven Kraftanstrengungen. In einer gemeinsamen Studie britischer und schweizerischer Wissenschaftler wurden jetzt beide Effekte gleichzeitig untersucht. Hierbei wollte man feststellen, wie sich der Verzehr eines koffeinhaltigen Fitnessriegels vor und während eines Radfahrtrainings auf die physische und kognitive Leistung auswirkt.



Studie:

24 gut trainierte Radfahrer verzehrten 3 verschiedene Produkte unmittelbar vor einem 2,5-stündigen Radfahren bei 60 % ihres VO2max und einem anschließenden „Test bis zur Erschöpfung“ bei 75 % ihres VO2max. Bei den 3 Produkten handelte es sich um

einen Fitnessriegel mit 45 g Kohlenhydraten und 100 mg Koffein
einen Riegel mit der identischen Kohlenhydratmenge, jedoch ohne Koffein
300 ml eines Placebogetränks ohne Kohlenhydrate und Koffein.
Diese Produkte wurden 55 und 115 Minuten nach dem Beginn der Testfahrten erneut verabreicht. Den Wissenschaftlern ging es nicht nur um die Belastungszeiten, sondern auch um die Ergebnisse von kognitiven Tests, die während des Radfahrens, und zwar nach 70 und 140 Minuten, sowie 5 Minuten nach Beendigung des Erschöpfungstests durchgeführt worden waren. Hierbei handelte es sich um den Stroop-Test (einen psychologischen Test für mentale Präsenz und Flexibilität) sowie einen „Rapid Visual Information Processing“-Test (RVIP-Test).

Ergebnisse:

· Im Vergleich zum Placeboversuch fuhren die Probanden wie erwartet sowohl beim Koffein-/Kohlenhydrat-Test als auch beim reinen Kohlenhydrat-Test länger, bis sie den Erschöpfungspunkt erreicht hatten. Allerdings war die Belastungszeit beim Koffein-/Kohlenhydrat-Test deutlich länger als beim reinen Kohlenhydrat-Test.

· Beim Placebotest war die Leistung bei beiden computerbasierten, komplexen Information-Processing-Tests deutlich schlechter als nach der Gabe von Koffein/Kohlenhydraten und reinen Kohlenhydraten.

· Im Vergleich zum reinen Kohlenhydrat-Test waren die Probanden nach dem Verzehr des koffeinhaltigen Riegels signifikant schneller.

· Bei diesen Tests kam es nicht zu Speed-Accuracy-Tradeoffs (d. h. es gab keine erhöhten Fehlerzahlen aufgrund einer schnelleren Informationsverarbeitung).

· In Bezug auf das Anstrengungsempfinden, die durchschnittliche Herzfrequenz oder relative Belastungsintensität gab es keine Unterschiede zwischen den einzelnen Tests.

Die Forscher kamen zu der Schlussfolgerung, dass ein koffein-/kohlenhydrathaltiger Fitnessriegel die Ausdauerleistung deutlich erhöhen kann, während gleichzeitig die komplexe kognitive Fähigkeit gesteigert wird. Für Sportarten wie z. B. das Boxen, wo die Konzentration eine wichtige Rolle spielt, können diese Ergebnisse von großer Bedeutung sein.



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Veröffentlicht von Dominique Studerus in Rund um den Sport • 05.03.2010 12:37:09
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