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Diäten und Sport
Veröffentlicht von Dominique Studerus in Ernährung • 26.06.2010 00:34:12
Gewichtsverlust ist ein ständiges Thema in den Medien, die uns mit Informationen über Diät und Sport bombardieren und uns vorschreiben, was wir essen, wie wir abnehmen und welche sportlichen Aktivitäten wir betreiben sollten. Im Idealfall sollte jeder Mensch ohne große Probleme in der Lage sein, gesund zu essen und ein gesundes Gewicht zu halten.



Dennoch gibt es Menschen, die ihr Gewicht reduzieren und Strategien erlernen müssen, wie sie ohne Diät ein gesundes Gewicht halten können. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass Personen, die im Rahmen einer Diät abnehmen, ihr neues Gewicht in den meisten Fällen nicht über einen längeren Zeitraum halten können und anschließend sogar noch mehr an Gewicht zunehmen als Personen, die keine Diätkur gemacht haben. Die wenigen, denen es gelingt, ihr Körpergewicht mithilfe von Radikalkuren drastisch zu reduzieren und dieses Gewicht langfristig zu halten, sind zu lebenslanger obsessiver Gewichtskontrolle, Jo-Jo-Diäten, chronischem Hungergefühl und Stimmungsschwankungen verurteilt. Studien belegen, dass manche Athleten zu extremen Abnehmmethoden neigen. Außerdem wenden Sportler, die ein bestimmtes Körpergewicht erreichen müssen, oft auch deshalb so extreme Methoden an, weil sie ihr Gewicht in kurzer Zeit sehr stark reduzieren wollen.
Leider glauben Sportler zuweilen auch, dass sie mit extremen Methoden an mentaler Stärke gewinnen und ihre Leistung steigern können. Bei eintretendem Erfolg fühlen sie sich dann fälschlicherweise in ihrer Haltung bestätigt.
Untersuchungen zeigen jedoch, dass ein rapider Gewichtsverlust sich auf die Leistung, z.B. die Zielzeit oder die Zahl der Wiederholungen, eher negativ auswirkt. Erfreulicherweise empfehlen viele Coaches, Fitnesstrainer und Ernährungs-wissenschaftler, das Gewicht maßvoll und langsam zu reduzieren und keine Crashdiäten zu machen.






Wie entsteht Essverhalten?

Diätverhalten und Verhaltensmuster beim Essen sind abhängig von einer Reihe individueller und umweltbedingter Faktoren. Bei den infrage kommenden Faktoren spielen kognitive Aspekte und insbesondere Denkprozesse in Bezug auf Lebensmittel und Essgewohnheiten eine große Rolle. Wir sollten uns in Erinnerung rufen, dass die meisten von uns frei entscheiden können, was sie essen, wie viel sie essen, wann sie essen; wir werden schließlich nicht zwangsernährt. Das Verlangen nach Essen ist ein Naturtrieb, und das Unterdrücken dieses Triebs kann sehr schwierig sein.

Noch unangenehmer wird es, wenn konditionierte Verhaltensweisen vorliegen. Ungesundes Essverhalten, wie beispielsweise Essattacken und Diäten, stehen oft in Zusammenhang mit negativen Emotionen. Ein Mensch, der von sich berichtet, dass er sich gestresst, frustriert oder deprimiert fühlt, neigt in solchen emotionalen Zuständen zu Essanfällen, bei denen er Unmengen an ungesundem Essen verdrückt. Dies verdeutlichen die Ergebnisse einer kürzlich durchgeführten Studie:

· Abbey, eine Freizeitsportlerin, wurde gefragt, ob Gefühle eine Auswirkung auf ihr Essverhalten hätten. Sie antwortete: „Ja, wenn ich mich deprimiert fühle, dann esse ich. Ich esse massenweise ungesundes Essen wie Plätzchen, Schokolade und Chips – je süßer und fettiger, desto besser, und ich esse auch weiter, wenn ich eigentlich keinen Hunger mehr habe – aber was soll’s? Ich weiß, dass Essen mich nicht glücklicher macht, aber ich tue es trotzdem.“


Abbey isst Süßes wahrscheinlich auch aus dem Grund, weil der Zuckeranstieg die Menge an chemischen Botenstoffen im Gehirn kurzfristig erhöhen kann, sodass man sich glücklich fühlt. Diese Nahrungsmittel können zwar kurzfristig ein positives Gefühl verschaffen, wirken sich jedoch nachteilig auf das Gewicht aus. Davon abgesehen könnte dies zu einem gewohnheitsmäßigen Verhalten führen – nämlich immer dann zu essen, wenn man sich schlecht fühlt. Essattacken als Reaktion auf Stress und Depression können bei dem Betroffenen weitere Gefühle von Stress oder Depression auslösen und so zu einem negativen Kreislauf unangenehmer Gefühle und Essattacken führen.



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